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Bayer 04 Leverkusen

Eine wichtige
Station

2000 bis 2011

Im Jahr 2000 wechselte ich zu Bayer 04 Leverkusen und kam somit meinem Traum vom Bundesligafußball einen Schritt näher.

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Es folgten jeweils ein Jahr B- und A-Jugend, bevor ich als 4. Torwart in den Profikader rücken durfte. Alles lief wie geschmiert. Nach nicht einmal zwei Jahren bei diesem Klub konnte ich mit den Profis trainieren und in der 2. Mannschaft spielen. Doch leider fing das Verletzungspech an, mich auszubremsen. Warum mussten ausgerechnet jetzt die Schulter, das Knie, und dann noch die Rippe kaputt gehen? Zugegeben – dass Verletzungen noch weitaus schlechteres Timing haben können, sollte ich erst später lernen. 2006 musste ich mich schließlich einer schweren Rippen Operation unterziehen. Eigentlich kannte ich Titan zuvor nur im Zusammenhang mit einem Kollegen. Doch jetzt fixierten die Ärzte mit einer Platte aus genau diesem Metall das künstliche Gelenk, welches sich aufgrund des nicht rechtzeitig diagnostizierten Rippenbruchs, nicht weit entfernt von der Wirbelsäule gebildet hat. Ich hatte noch einmal Glück gehabt und konnte weiter kicken.

Viele Verletzungen resultierten sicherlich aus der fehlenden Balance zwischen Gelassenheit und Ehrgeiz – ich wollte das Ganze einfach zu sehr. Im Nachhinein weiß ich, man sollte versuchen sich und das ganze Business nicht zu ernst zu nehmen. Aber das ist leichter gesagt, als getan!

Ich stand also wieder auf dem Platz und sollte einmal mehr die Schnelllebigkeit dieses Geschäfts spüren. Nach nicht einmal 2 Wochen im Mannschaftstraining kam ich durch die Rote Karte von Hans Jörg Butt zu meinem ersten Bundesligaspiel – ich konnte es kaum glauben. Am 25. Februar 2007 debütierte ich auf Schalke und erfüllte mir somit meinen Kindheitstraum vom Bundesligatorwart.

In meiner Zeit bei Bayer 04 entwickelte sich das Rheinland, dank meiner Freunde ein Stück weit zu meinen zu Hause. Mein langjähriger Mentor Rüdiger Vollborn ist und bleibt einer meiner wichtigsten Ansprechpartner und ein Teil meiner Familie. Er prägte mich in meiner entscheidenden Entwicklungsphase nicht nur als Torwart, sondern auch als Mensch. Die Voraussetzungen dafür waren ja auch perfekt. Da in Leverkusen zum Zeitpunkt meines Wechsels keine Gastfamilie mehr frei war, waren die Vollborns kurzer Hand bereit das Dachgeschoss ihres Hauses auszubauen und mich bei ihnen aufzunehmen. Im Endeffekt hätte es für mich nichts Besseres geben können. Rüdi konnte somit dem Talent „René Adler“ eine Handschrift geben – und wie er das tat.

Apropos Handschrift. Neben dem Fußball gab es ja auch noch eine Sache, die für einen 15-Jährigen nicht ganz unwichtig sein sollte. Ich ackerte neben dem Fußballplatz auch auf der Schulbank im Landrat Lukas Gymnasium. Zugegeben, mit zunehmender Professionalisierung meiner Karriere wurde es nicht einfacher, beides unter einen Hut zu bekommen. Besonders zeigte sich das, nachdem man wieder einmal wochenlang im Trainingslager war und nach der Rückkehr frischen Mutes im Mathe Leistungskurs anknüpfen wollte – schwieriges Unterfangen! Aber einmal Hand aufs Herz – abgesehen vom Stress war die Schule wirklich ein unglaublich wichtiger Gegenpol zum Fußball. Schließlich muss man ja auch einmal über andere Themen als „eins gegen eins“, Strafraumbeherrschung und Spieleröffnung nachdenken, oder?! Und so machte ich 2004, trotz Mathe LK, mein Abitur.

Meine Zeit im Rheinland sollte jedoch etwas weniger blumig enden, als sie Zeit Weilens lief. Es war wieder einmal das altbekannte Verletzungspech, was das Ende meines zweiten großen Karriereabschnitts einläutete. Mit 27 Jahren entschied ich mich, nach über einem Jahr verletzungsbedingter Fußballabstinenz, letztlich für einen Vereinswechsel.

11 Jahren lang lebte, lernte und spielte ich im Rheinland bei Bayer 04 Leverkusen. Es gab dort unglaublich viele Menschen, die mich unterstützt haben. Alle zu nennen würde den Rahmen sprengen. Also möchte ich hier nur noch einmal festhalten, dass ich weiß, was ich dem Verein und allen seinen Mitarbeitern, sowie Fans zu verdanken habe. Es waren unvergessliche 11 Jahre, doch ich wusste, dass ich so wie sich die Dinge entwickelt hatten, einen Cut machen musste. Jedoch wollte ich vorerst in Deutschland bleiben, um noch mal auf nationaler Ebene zurückzukommen. So entschied ich mich für einen Wechsel zum Hamburger Sport Verein.

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